24. März 2020

Informationen zum Coronavirus bei Parkinson

Für Parkinsonbetroffene besteht kein erhöhtes Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Für gewisse Betroffene besteht aber ein höheres Risiko eines schwereren Verlaufs.


 

Bei fortgeschrittener Parkinsonkrankheit besteht nach der Ansteckung mit dem Coronavirus – wie bei anderen Virusinfektionen – ein leicht erhöhtes Risiko für Komplikationen.

Halten Sie die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) vorgegebenen Hygienemassnahmen ein.

Das Virus, das inzwischen den Namen «SARS-CoV-2» trägt, gehört zur Familie der beta-Corona-Viren – so wie das SARS-CoV und das gelegentlich in Nahost auftretende MERS-CoV. Es befällt die Atemwege und kann Lungenentzündungen auslösen. Übertragen werden die Viren nach derzeitigem Kenntnisstand durch direkten Kontakt per Tröpfcheninfektion.

Die Empfehlung des Bundesrates lautet wie folgt: «Bleiben Sie zu Hause, insbesondere wenn Sie krank sind oder 65 Jahre alt oder älter sind. Es sei denn, Sie müssen zur Arbeit gehen und können nicht von zu Hause aus arbeiten; es sei denn, Sie müssen zum Arzt oder zur Apotheke gehen, oder Sie müssen Lebensmittel einkaufen oder jemandem helfen.»

Coronavirus und Epilepsie

Nach dem aktuellen Kenntnisstand sieht die Epilepsie-Liga unmittelbar keine erhöhte Gefahr allein aufgrund einer bestehenden Epilepsie. 

März 2020: Derzeit erhält die Epilepsie-Liga viele Anfragen, ob Epilepsie die Gefahr erhöht, dass eine Covid-19-Erkrankung einen schweren Verlauf nimmt.

Das aktuelle Coronavirus ist noch ziemlich neu und vieles noch nicht genau erforscht. Aber nach unserem aktuellen Wissensstand gibt es unmittelbar keine erhöhte Gefahr allein durch eine bestehende Epilepsie.

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand gefährdet das Coronavirus derzeit vor allem Menschen mit einer vorbestehenden Lungenerkrankung, einer Schwächung des Abwehrsystems (z.B. durch Krebs oder Aids), Zuckerkrankheit oder schweren Herz- und Nierenerkrankungen. Zudem sind Ältere offensichtlich stärker gefährdet, Jüngere und Kinder weniger.

Falls ein/e Epilepsie-Betroffene/r aufgrund einer Corona-Infektion Fieber entwickelt, besteht – wie bei jeder fiebrigen Erkrankung (Grippe, Harnwegsinfekt etc.) – die Gefahr, dass vermehrt Anfälle auftreten (nicht aber, dass die Covid-19-Erkrankung automatisch schwerer verläuft).

Die üblichen Vorsichtsregeln gemäss BAG gelten für alle (Hände waschen, Etikette beim Husten und Niesen, „Social Distancing“).

So schützen wir uns

Weil viele Medikamente in China produziert werden oder Wirkstoffe von dort geliefert werden, sorgen sich viele Betroffene, dass es bei Antiepileptika zu Engpässen kommen könnte. Vor solchen Engpässen warnen wir schon länger und empfehlen deshalb generell, einen persönlichen Vorrat anzulegen.

Gefahr durch Medikamenten-Engpässe

Nach unserem Kenntnisstand besteht bei den meisten Epilepsie-Medikamenten aber keine Gefahr akuter Lieferschwierigkeiten aufgrund der aktuellen Situation.

 

Anweisung: Selbst-Isolation 

Was Sie tun müssen, wenn Sie an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankt sind und zu Hause isoliert werden 

Stand: 19.03.2020 

Durch den starken Anstieg der COVID-19 Fälle in der Schweiz ist die Wahrscheinlichkeit er-höht, dass eine Person mit einer Atemwegserkrankung sich mit dem neuen Coronavirus ange-steckt hat. 

Sie haben Symptome einer akuten Atemwegsinfektion1, welche durch das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) verursacht sein kann oder die Erkrankung wurde bei Ihnen labordiagnostisch bestätigt. Sie müssen nicht hospitalisiert werden, da Ihr Allgemeinzustand gut ist. Sie müssen für mindestens 10 Tage zu Hause isoliert werden, damit Sie andere Personen nicht anstecken. Folgende Anweisungen zeigen Ihnen, welche Vorsichtsmassnahmen Sie ergreifen müssen, um die Übertragung des Virus zu vermeiden. 

1 z. B. Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit mit oder ohne Fieber, Fiebergefühl, Muskelschmerzen 

Ihre im gleichen Haushalt lebenden Personen oder Intimkontakte müssen sich zu Hause in Quaran-täne begeben (Selbst-Quarantäne). Für die Selbst-Quarantäne gibt es eine zusätzliche Anweisung auf der Webseite des BAG. 

Sie finden alle nötigen Informationen über das neue Coronavirus auf der Website des Bundesamtes für Gesundheit (BAG): www.bag.admin.ch/neues-coronavirus. 

Überwachen Sie Ihren Gesundheitszustand 

• Melden Sie sich telefonisch bei einer Ärztin/einem Arzt an, wenn sich Ihre Atemwegssymptome verschlechtern (beispielsweise Atemnot), und befolgen Sie die Anweisungen. 

• Wenn eine Arztkonsultation erforderlich ist und Sie das Haus verlassen müssen: Tragen Sie eine Hygienemaske. Falls diese nicht verfügbar ist, halten Sie einen Mindestabstand von 2 Metern zu anderen Personen ein. 

 

Wenn Sie alleine leben 

• Lassen Sie sich Lebensmittel sowie andere unverzichtbare Produkte wie z. B. Medikamente durch Familienangehörige, Freunde oder einen Lieferservice vor die Haustür liefern. 

 

Wenn Sie mit anderen Personen im gleichen Haushalt leben 

• Richten Sie sich allein in einem Zimmer bei geschlossenen Türen ein und nehmen Sie die Mahl-zeiten in Ihrem Zimmer ein. Lüften Sie Ihr Zimmer regelmässig. 

• Vermeiden Sie jegliche Besuche und Kontakte und verlassen Sie das Zimmer nur, wenn nötig. 

• Halten Sie Abstand zu anderen Personen (mindestens 2 Meter). 

• Vermeiden Sie jeden Kontakt mit Ihren Haustieren. 

• Benutzen Sie Ihr eigenes Badezimmer. Wenn dies nicht möglich ist, reinigen Sie die gemeinsa-men sanitären Anlagen (Dusche, Toilette, Waschbecken) nach jedem Gebrauch mit einem han-delsüblichen Reinigungsmittel. 

 

2/3 

• Teilen Sie Ihre Haushaltsgegenstände wie Geschirr, Gläser, Tassen oder Küchenutensilien nicht mit anderen Personen. Reinigen Sie diese Artikel nach Gebrauch sorgfältig in der Abwaschma-schine oder mit Wasser und Seife. 

• Teilen Sie Handtücher oder Bettwäsche nicht mit anderen Personen. Waschen Sie und alle Haus-haltsmitglieder Ihre Kleider, Bettwäsche und Badhandtücher regelmässig in der Maschine. 

• Lassen Sie sich Lebensmittel sowie andere unverzichtbare Produkte wie z. B. Medikamente durch Familienangehörige, Freunde oder einen Lieferservice vor die Haustür liefern (während der 10-tägigen Selbst-Quarantäne der Haushaltsmitglieder). 

 

Waschen der Hände

2 Video Richtiges Händewaschen: https://youtu.be/gw2Ztu0H0YY 

• Sie und die Personen in Ihrem Umfeld müssen sich die Hände regelmässig während mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife waschen. Sind Wasser und Seife nicht verfügbar, reinigen Sie Ihre Hände mit einem Hand-Desinfektionsmittel, indem Sie die ganzen Hände mit der Flüssigkeit einreiben, bis sie trocken sind. Seife und Wasser müssen vor allem dann verwendet werden, wenn die Hände sichtbar schmutzig sind. 

• Insbesondere vor und nach dem Zubereiten von Mahlzeiten, vor und nach dem Essen, nach der Toilette und immer, wenn die Hände sichtbar schmutzig sind. 

 

Bedecken Sie den Mund, wenn sie husten oder niesen 

• Bedecken Sie Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch, wenn Sie niesen oder husten. 

• Die Materialien, mit denen Sie Mund oder Nase bedeckt haben, müssen weggeworfen oder gewa-schen werden. 

• Werfen Sie die benutzten Papiertaschentücher in einen speziell dafür bestimmten Abfalleimer in Ihrem Zimmer. 

 

Tragen Sie eine Hygienemaske 

• Wenn eine Arztkonsultation erforderlich ist und Sie das Haus verlassen. Falls diese nicht verfügbar ist, halten Sie einen Mindestabstand von 2 Metern zu anderen Personen ein. 

 

Richtige Verwendung der Hygienemaske 

• Waschen Sie sich vor dem Anziehen der Maske die Hände mit Wasser und Seife oder mit einem Desinfektionsmittel. 

• Setzen Sie die Hygienemaske vorsichtig auf, so dass sie Nase und Mund bedeckt, und ziehen Sie sie fest, so dass sie eng am Gesicht anliegt. 

• Berühren Sie die Maske nicht mehr, sobald Sie sie aufgesetzt haben. Waschen Sie sich nach je-der Berührung einer gebrauchten Hygienemaske, z. B. beim Abnehmen, die Hände mit Wasser und Seife oder mit einem Desinfektionsmittel. 

• Eine Hygienemaske kann während mind. 2–4h (bis zu 8h) getragen werden, auch wenn sie feucht ist. Dann ersetzen Sie sie durch eine neue, saubere und trockene Hygienemaske. 

• Einweg-Hygienemasken dürfen nicht wiederverwendet werden. 

• Werfen Sie die Einweg-Hygienemasken nach jeder Verwendung sofort nach dem Ausziehen weg. 

• Wenn Hygienemasken auf dem freien Markt nicht verfügbar sind, erkundigen Sie sich bei Ihrer be-treuenden Gesundheitseinrichtung, ob diese Masken austeilen kann. Bitten Sie Angehörige, Freunde oder Lieferdienste, Ihnen die Masken vor die Haustür zu liefern. 

 

Halten Sie alle nötigen Vorsichtsmassnahmen ein 

• Abfälle, die mit Körperflüssigkeiten (Stuhl, Blut, Schleim) verunreinigt sind, müssen in einen dafür bestimmten Abfallbehälter in Ihrem Zimmer geworfen werden, bevor sie mit anderen Abfällen ent-sorgt werden. 

• Reinigen und desinfizieren Sie berührte Oberflächen wie Nachttische, Bettrahmen und andere Schlafzimmermöbel täglich mit einem normalen Haushalt-Desinfektionsmittel. 

• Reinigen Sie die Bad- und Toilettenflächen nach jedem Gebrauch mit einem normalen Haushalt-Reinigungsmittel. 

 

3/3 

Ratschläge für Eltern 

• Wenn Ihr Kind isoliert wird, sollte idealerweise eine Person aus seinem Umfeld bestimmt werden, die sich um es kümmert. In der Praxis, insbesondere bei Familien mit mehreren Kindern, kann es empfehlenswert sein, dass die ganze Familie in Quarantäne bleibt. Je nach Alter des Kindes müs-sen die Massnahmen zur Isolation in einem Raum und das Tragen einer Maske individuell ange-passt werden. 

 

Ende der Isolierung zu Hause 

• 48 Std. nach Abklingen der Symptome, sofern seit Symptombeginn mindestens 10 Tage verstri-chen sind. 

 

Nach Ende der Isolierung 

• Befolgen Sie weiterhin die Hygieneregeln und Verhaltensempfehlungen der Kampagne «So schüt-zen wir uns» - www.bag-coronavirus.ch. 

 

Was sollen die im gleichem Haushalt lebenden Personen / Intimkontakte tun? 

Enge Kontaktpersonen (im gleichen Haushalt lebende Personen, Intimkontakte) müssen für 10 Tage zu Hause bleiben (Selbst-Quarantäne). Die Anweisung zur Selbst-Quarantäne finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Gesundheit (BAG): www.bag.admin.ch/neues-coronavirus. 

Grundsätzlich müssen die genannten Kontaktpersonen während 10 Tagen: 

• Jeglichen Kontakt zu anderen Personen vermeiden (ausgenommen sind Personen, die ebenfalls unter Quarantäne stehen und mit Ihnen im gleichen Haushalt leben). 

• Auf ihren Gesundheitszustand achten und sich beim Auftreten von Symptomen in Selbst-Isolation begeben. Sie müssen dann die gleichen Empfehlungen zur Isolation befolgen wie in dieser An-weisung beschrieben. 

Enge Kontaktpersonen, welche besonders gefährdet sind3, werden angewiesen, sich beim Auftreten von Symptomen sofort telefonisch an eine Ärztin/einen Arzt zu wenden. Die Person soll Ihre Vorerkrankungen und Symptome beschreiben. Sagen Sie, dass Sie eine Person mit Risiko-faktoren sind und dass Sie Symptome haben. 

 

3 Personen über 65 Jahre sowie Personen mit Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chroni-

Die Selbst-Quarantäne beginnt ab dem Tag der Isolation der erkrankten Person. 

UPDATE: EMPFEHLUNGEN FÜR MULTIPLE SKLEROSE-ERKRANKTE ZUM THEMA CORONA-VIRUS Freitag 20.03.2020

Immer mehr Fälle des Corona-Virus werden weltweit bekannt - auch in Deutschland. Inzwischen sind in allen Bundesländern Infektionsfälle mit dem neuen Corona-Virus (SARS-CoV-2) aufgetreten. Die aktuellen Fallzahlen entnehmen Sie bitte der Website des Robert Koch-Instituts (RKI, www.rki.de). Hiernach wird die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt. Das RKI erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen, gibt Empfehlungen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Doch wie gefährlich ist diese Krankheit für MS-Erkrankte? Wie hoch ist das Risiko einer Ansteckung? Welche Auswirkungen hat die Ansteckungsgefahr auf die MS-Therapie? Prof. Dr. med. Ralf Gold und Prof. Dr. med. Judith Haas aus dem Vorstand des Ärztlichen Beirates der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. nehmen Stellung und weisen zugleich darauf hin, dass diese Informationen kurzfristig jederzeit an den aktuellen Stand angepasst werden können: Was unterscheidet eine Corona-Virus-Infektion von einer normalen Grippe? Gegen die Grippe haben ein Großteil der Bevölkerung und auch MS-Erkrankte Impfschutz, wenn sie den Empfehlungen der Impfkommission folgen oder aber sie können sich bei Ausbruch einer Grippe-Epidemie noch impfen lassen. Gegen das Corona-Virus wird es in naher Zukunft noch keinen Impfstoff geben. Die Sterblichkeit bei der Grippe ist deutlich niedriger, wenn man sich auf die Analyse der bisherigen Fälle stützt. Das liegt möglicherweise daran, dass das Corona-Virus wesentlich häufiger als das Grippe-Virus direkt die Lunge angreift. Besteht bei MS-Erkrankten ein erhöhtes Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren? MS-Erkrankte, die keine immunmodulierende Therapie erhalten oder mit Interferon beta (Avonex, Extavia, Betaferon, Plegridy, Rebif) und Glatirameracetat (Copaxone, Clift) behandelt werden, sind grundsätzlich nicht stärker gefährdet als gleichartige gesunde Personen [1]. Besteht allerdings eine stärkere Behinderung (Rollstuhl, Bettlägerigkeit) ist das Risiko generell für Atemwegsinfektionen erhöht, da die Belüftung der Lunge weniger gut ist. Das bedeutet zwar nicht, dass das Infektionsrisiko höher ist als bei Gesunden, aber das Risiko, bei einem Kontakt mit dem Corona-Virus schwer zu erkranken, ist höher. Es gibt bisher aus Asien und Europa nur wenige Einzelfallberichte zu MS-Erkrankten, die von einer Corona-Infektion betroffen sind. Aus diesen kann man keine allgemeinen Rückschlüsse auf einen besonderen Verlauf bei MS-Erkrankten ziehen. Ist eine Schubtherapie mit Cortison noch anzuraten? Eine Cortison-Pulstherapie kann kurzfristig das Infektionsrisiko erhöhen. Bei einem Schub sollte daher sorgfältig besprochen werden wie sich der MS-Erkrankte nach dem Cortisonpuls vor einer möglichen Infektion schützen kann. Hilfreich und sinnvoll ist sicher bei Berufstätigkeit gegebenenfalls eine begrenzte Arbeitsunfähigkeit in Anspruch zu nehmen. Die Notwendigkeit einer Cortison-Pulstherapie sollte bei sehr leichten Schüben abgewogen werden. Mit regelmäßigen in Intervallen verabreichten Cortison-Therapien sollte - nach unserer Einschätzung - zunächst pausiert werden. Unter welchen verlaufsmodifizierenden Therapien besteht möglicherweise ein erhöhtes Infektionsrisiko mit dem Corona-Virus? Natalizumab/Tysabri: Die Behandlung kann – nach bisherigen Einschätzungen – uneingeschränkt weiter fortgeführt werden, da kein erhöhtes Risiko für Atemwegsinfektionen besteht. Dimethylfumarat/Tecfidera: Bei normalen Lymphocytenzahlen kann davon ausgegangen werden, dass das Infektionsrisiko nicht erhöht ist. Teriflunomide/Aubagio: Bei den Dosierungen in der MS-Therapie ist ein erhöhtes Infektionsrisiko nicht anzunehmen. Modulatoren Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptoren (Fingolimod/Gilenya und Siponimod/Mayzent): Unter diesen Therapien besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, insbesondere von Atemwegserkrankungen. MS-Erkrankte, die auf diese Therapien eingestellt sind, sollten sie trotzdem fortführen, da bei Absetzen das Risiko einer Krankheitsaktivierung besteht. Therapeutische Neueinstellungen sollten zum jetzigen Zeitpunkt sorgfältig überlegt werden. Sogenannte depletierende Immuntherapien (Ocrelizumab/Ocrevus, off-label Rituximab/Mabthera, Cladribin/Mavenclad, Alemtuzumab/Lemtrada, Mitoxantron): Diese Therapien erhöhen das Infektionsrisiko insbesondere unmittelbar nach der Infusionsbehandlung. Da es sich bei Ocrelizumab und Rituximab um Intervalltherapien handelt, ist auch eine Verlängerung des Intervalls individuell zu diskutieren, ohne dass die Gefahr einer Aktivierung der MS besteht [2] Die therapeutische Wirkung von Cladribin beruht auf einer erwünschten Verminderung der weißen Blutzellen. Dieser Effekt ist unmittelbar nach der jährlichen Gabe (jeweils zwei Behandlungswochen im Abstand von vier Wochen) in Jahr 1 und Jahr 2 am stärksten und geht auch mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher. Die Effekte auf die weißen Blutkörperchen halten individuell unterschiedlich lange an, damit ist auch das Infektionsrisiko von MS-Erkrankten mit einer Cladribin-Therapie individuell einzuschätzen. MS-Erkrankte, bei denen der zweite Therapie-Zyklus nach einem Jahr ansteht, sollten diesen hinausschieben oder gegebenenfalls Vorkehrungen treffen, um die Infektionsgefahr herabzusetzen. Das Infektionsrisiko ist in den ersten vier Wochen nach der letzten Gabe am höchsten. Besondere hygienische Maßnahmen, auch bezüglich der Außenkontakte, sollten ohnehin eingehalten werden. Dies gilt in ähnlicher Weise auch für Alemtuzumab. Auch bei dieser Immuntherapie kommt es bei der jährlichen Gabe (in der Regel Jahr 1 und Jahr 2) zu einer langanhaltenden erwünschten Veränderung der weißen Blutzellen, wodurch ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Auch hier ist eine Wiederholung der Therapie sorgfältig zu prüfen. Neueinstellungen sind zum jetzigen Zeitpunkt unter Berücksichtigung der Zulassungsänderung nur bei hochaktiver MS und dem Fehlen anderer therapeutischer Möglichkeiten zu erwägen. Wo ist das Infektionsrisiko am höchsten? Nach den heutigen Erkenntnissen wird das Corona-Virus durch Tröpfchen übertragen. Dies erfolgt beispielsweise durch Husten und Niesen, durch Händedruck und Berühren von Gegenständen, die Kontakt mit einem Virus-Infizierten hatten, auch ohne dass dieser bereits Symptome gezeigt hat. Informationen zur Infektionsvermeidung finden Sie auf der Website des Robert Koch-Institutes. Siehe: Empfehlungen RKI – Schutzmaske, Handschuh. Viel Aufenthalt an der frischen Luft schützt die Schleimhäute vor Austrocknung und macht sie widerstandsfähiger gegen Viren. Deshalb besteht die Hoffnung, dass mit Beginn des Frühjahrs die Zahl der Neuinfektionen abnimmt. Je mehr Menschen sich in einem geschlossenen Raum aufhalten, desto höher ist das Risiko sich nicht nur durch Tröpfcheninfektionen anzustecken. Geheizte Räume stellen ein höheres Risiko für Infektionen dar als ungeheizte. Auch voll besetzte öffentliche Verkehrsmittel und öffentliche Groß-Veranstaltungen zählen zu den erhöhten Infektions-Risiken. Teilnehmer klinischer Studien Patienten, die an Therapiestudien mit Immuntherapeutika teilnehmen, werden über die Sicherheitsgremien (Safety boards) gegebenenfalls über das weitere Vorgehen mit der Studienmedikation informiert. WHO hat ihre Warnung vor Ibuprofen zurückgenommen Die Weltgesundheitsorganisation (englisch World Health Organization, WHO) hat kürzlich vor der Einnahme von Ibuprofen gewarnt und stattdessen Paracetamol empfohlen. Diese Empfehlung beruhte jedoch auf einer schwachen Datenlage und ist wissenschaftlich noch nicht gesichert. Aus diesem Grund hat die WHO ihre Warnung inzwischen zurückgenommen. Hintergrund: Einige MS-Erkrankte benötigen unter Interferon beta (Avonex, Betaferon, Extavia, Plegridy, Rebif) auch langfristig wegen der Grippe-ähnlichen Nebenwirkungen fiebersenkende Mittel. Dabei handelt es sich in der Regel um Ibuprofen. Ibuprofen wird auch von MS-Erkrankten mit chronischen Schmerzen eingenommen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Wechsel von Ibuprofen auf Paracetamol wegen einer möglichen Infektion mit dem Corona-Virus nicht wissenschaftlich begründbar. Gruppentreffen der DMSG und Fortbildungen der DMSG Berücksichtigt man die Empfehlungen der Bundesregierung dürfen keine Gruppentreffen mehr stattfinden. Die Gruppen sollten aber weiter miteinander in Kontakt bleiben und hierzu Internet und Telefon nutzen. Fortbildungen der DMSG werden bei längerdauernder Einschränkung des öffentlichen Lebens auch über neue Medien stattfinden können. Die DMSG-Plattform MS Connect bietet sich auch in diesen Zeiten ganz besonders als Kommunikationsplattform für MS-Erkrankte an. Fragen zum Coronavirus Es gibt sicher viele individuelle Fragen zum Coronavirus. Wir versuchen Ihnen in den nächsten Wochen eine Plattform zu bieten, auf der Experten diese Fragen individuell beantworten. Mehr lesen Sie in Kürze auf www.dmsg.de Gestaltung des Alltags Laut der bundesweiten Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sollte, wenn die Möglichkeit besteht, auf Reisen verzichtet, öffentliche Verkehrsmittel gemieden und von zu Hause aus gearbeitet werden. Im Allgemeinen sollten unter anderem jegliche Kontakte auf das Notwendigste reduziert werden. Mehr Informationen zu den Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Epidemie erhalten Sie auf den Webseiten der für Sie zuständigen Landesregierungen. Unter Berücksichtigung der oben erwähnten allgemeinen Hinweise und speziellen Risiken von stärker behinderten MS-Erkrankten und solchen mit verlaufsmodifizierenden Therapien, die ein erhöhtes Infektionsrisiko in sich bergen, raten wir bei den steigenden Infektionszahlen dringlich zur Einhaltung der Hinweise des BMGs, der Bundesregierung und der entsprechenden Erlasse der Landesregierungen. Auf der Website des Robert Koch-Instituts finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Corona-Virus: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html Auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums erhalten Sie tagesaktuelle Informationen zum Corona-Virus, sowie grundlegende Informationen zum Infektionsschutz vor dem Corona-Virus, zu Verdachtsfällen und vieles mehr. Im SARS-CoV-2 Steckbrief zur Corona-Virus-Krankheit-2019 (COVID-19) des RKI finden Sie, basiert auf der laufenden Sichtung der wissenschaftlichen Literatur, weitere Informationen zum Corona-Virus. Auf globaler Ebene handelt es sich um eine sich sehr dynamisch entwickelnde und ernstzunehmende Situation. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Mit weiteren Fällen muss in Deutschland gerechnet werden. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern. Autoren: © JOHANNES KIRCHHERR Prof. Dr. med. Ralf Gold, Vorsitzender des Ärztlichen Beirates im DMSG-Bundesverband, Neurologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum am St. Josefs-Hospital © DMSG-BUNDESVERBAND Prof. Dr. med. Judith Haas, Vorsitzende des DMSG-Bundesverbandes und Mitglied im Ärztlichen Beirat, Jüdisches Krankenhaus, Berlin Quellen [1] Infection Risks Among Patients With Multiple Sclerosis Treated With Fingolimod, Natalizumab, Rituximab, and Injectable Therapies. Luna G et al, Jama Neurol 2019 epub 2019.3365 [2] Peripheral CD19+ B-cell counts and infusion intervals as a surrogate for long-term B-cell depleting therapy in multiple sclerosis and neuromyelitis optica/neuromyelitis optica spectrum disorders. Ellrichmann G. et al., J Neurol. 2019 Jan;266(1):57-67 Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V. Krausenstr. 50 30171 Hannover Tel.: 0511 / 9 68 34 0 Fax: 0511 / 9 68 34 50 E-Mail-Adresse: dmsg@dmsg.de Internet: www.dmsg.de Hannover, den 06. März 2020 (aktualisiert am 20.03.2020) 20.03.2020

 

 

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